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Kunst ist frei und denkt quer ! – Hören wir also diesem Künstler zu ! Öffnen wir uns Seinem Lebenslauf und Werdegang.

Lassen wir uns ein auf Sein Schaffen, auf das Dekorative, das Schöne, aber auch auf das Verstörende.

Der Künstler André Böxkes erschafft mit Lust und Laune, mit Begeisterung immer wieder neue Ausdrucksformen, ganz persönlich – ganz universell und oft zufallsbedingt !

Ohne Allgorythmus, ohne empirische Untersuchungen!

Veränderung und Dynamik tauchen in allen ausgestellten Werken aus. Es sind überwiegend digitale Arbeiten, Fotovorlagen ,die malerisch oder zeichnerisch erweitert werden. Der Künstler liebt das künstlerische Experiment, untersucht das Verhalten von digitalen und analogen Prozessen in Bildumsetzung und Kombination unterschiedlichster Motive oder Ausgangspunkte.

Die vielfachen Überlagerungen und Spiegelungen, die schemenhafte Durchsichtigkeit einiger Partien und undurchsichtige Dunkelheit anderer Bildteile wirken geheimnisvoll, bedrohlich und doch sehr verletzlich.

Bunt,Bunter am Buntesten 😉

 

Bunt, bunter am buntesten – von André Böxkes – Was soll man dieser Welt entgegenhalten ?

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Wir laden ein …
Bunt, bunter am buntesten – von André Böxkes
Was soll man dieser Welt entgegenhalten ?

Ausstellung: 04.01 bis 20.02.2017
Vernissage: 05.01.2017 ab 19.30 Uhr

„Bunt, Bunter, am Buntesten“ – Was soll man dieser Welt entgegenhalten ?

Der Künstler André Böxkes plädiert unter www.b-common.de für das Gewöhnliche – Alltägliche – den Moment beim Betrachten der Kunst, der schweigend vielleicht erklärt. – www.b-common.de lädt ein zur Reflektion und Betrachtung unter der Perspektive „Ich ist der Andere: weil wir uns über die Projektion mit dem anderen definieren.“

Der Künstler André Böxkes erschafft mit Lust und Laune immer wieder neue Ausdrucksformen. Veränderung und Dynamik tauchen in all seinen Werken auf. Sein Werk besteht überwiegend auf der Basis von Fotografien, die malerisch oder zeichnerisch erweitert und in digitalen Arbeiten vollendet werden … oder sich darin auch nur in einem Zwischenstadium befinden und schließlich in analoger Kunst mit Spachtel und Pinsel wiederum ergänzt ihr fertiges Stadium finden.

André Böxkes liebt das künstlerische Experiment, untersucht das Verhalten von digitalen und analogen Prozessen in Bildumsetzung und Kombination unterschiedlichster Motive oder Ausgangspunkte. Die vielfachen Überlagerungen und Spiegelungen, die schemenhafte Durchsichtigkeit einiger Partien und undurchsichtige Dunkelheit anderer Bildteile wirken geheimnisvoll, bedrohlich und gleichzeitig fragil und zerbrechlich.

Kunst ist frei und denkt quer ! – Hören wir also diesem Künstler zu ! Lassen wir uns auf sein Schaffen ein, auf das Dekorative, das Schöne, aber auch auf das Verstörende. .. und dem Angebot zum Dialog mit dem Ich und dem anderen.

Künstler: André Böxkes
www.b-common.de

Veranstalter: KUNST KÖLN
Email: kunst@lokal-koeln.com
facebook.com/KunstKoeln
www.kunst.lokal-koeln.com

..impressionen xmas art..noch bis 24/12/2016 katharinenhof vennerstr. 51 bad godesberg ..

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Sie haben den Weg zum ein wenig abgelegenen Katharinenhof gefunden –
aus Neugier vielleicht ?, als Freunde der Kunst ?, als Freunde der anwesenden Künstler ?,
als Freunde des Katharinenhofes ?,
vielleicht als Freunde der Künstlerfamilie Beikircher ? oder aus mehreren der genannten Gründe?
Jedenfalls sind Sie hier – das ist sehr schön-
Herzlich willkommen meine Damen und Herren zur Vernissage der
Christmas – Art 2016
Drehen wir die Zeit ein klein wenig vor, nicht allzuviel, fünf oder 10 Jahre, so in etwa.
Möglicherweise sind Sie dann mit einem selbstfahrenden Auto hierhergelangt.
Ihr Fahrzeug hat Sie wie von Geisterhand hierhergelenkt, Sie konnten auf dem Weg hierhin den
Ausstellungsflyer nochmals anschauen und sich einstimmen. Wäre das eine angenehme, eine
begrüßenswerte oder sogar atemberaubende Vorstellung für Sie, oder empfinden Sie bei diesem
Gedanken eher Skepsis und Unwohlsein ?
Ihr selbstfahrendes Automobil, das Sie als Fahrer nicht mehr benötigt, wird in einer Fabrik an
irgendeinem, möglicherweise weit entfernten Ort dieser Welt,
in einer menschenleeren Fabrik hergestellt,
geräuschlos, geruchslos und fehlerlos.
Auch bei der Produktion war der menschliche Faktor irrelevant.
Sie möchten sich einen Wunsch erfüllen und bestellen bei Ihrem Provider einen langersehnten
Gegenstand, den Sie in der immer weiter aussterbenden Innenstadt nicht mehr erwerben können,
Ihre altbekannten Fachhändler haben Ihre Geschäfte ja längst schließen müßen :
Ihr Provider kennt Ihren Wunsch, schon bevor Sie sich zum Kauf entschlossen haben.
Er kennt Sie besser als Sie sich selbst.
Er kennt alle Ihre Vorlieben und Sehnsüchte, Ihre Abneigungen und Ihre Gewohnheiten.
Er kennt alle Ihre Wege, die Sie gehen, er kennt Ihre Herzfrequenz, Ihren Blutdruck.
Er misst ihn an Ihrem Körper, vielleicht über Ihre Kleidung, vielleicht durch die Tapete Ihrer
Wohnung, er zählt Ihre Schritte und vergißt nie.
Wenn Sie Ihre Bestellung, natürlich bargeldlos, aufgegeben haben
wird ein behender Roboter in einer riesigen Lagerhalle, auch geräuschlos, geruchslos und fehlerlos
Ihre Ware, optimiert nach anderen Bestellungen, heraussuchen, auf kürzestem Wege versandtfertig
machen und schon nach kurzer Zeit landet eine Drohne vor Ihrer Haustüre und informiert Sie per
Smartphone freundlich über die erfolgte Lieferung.
Sollten Sie sich dann vielleicht in einem japanischen Altenheim befinden,
wird Ihr persönlicher Roboter, nachdem er Sie gefüttert und kurzweilig unterhalten hat,
die ersehnte Bestellung auspacken und Ihnen übergeben.
Wäre das dann eine große Freude für Sie ?
Ist das die Schöne Neue Welt ?
Ist es eine weit entfernte Utopie ? Nein ich fürchte leider nicht !
Alle diese beschriebenen Szenen sind bereits Wirklichkeit und auf dem Wege der Serienreife.
Dies ist die nahe Realität der sogenannten Industrie 4.0
Es wurden inzwischen selbstlernende, sogenannte „intelligente Computer“ entwickelt, die nach
Ihrer Erstprogrammierung eigene Strategien und Handlungsweisen selbstständig weiterführen.
Kein Mensch auf dieser Welt kann heute zum Beispiel noch einen „intelligente Computer“ in den
Disziplinen Schach oder dem japanischen Brettspiel Go besiegen.
Selbst die progammierenden Informatiker können nicht mehr beantworten wie dies möglich wurde,
Sie vollziehen die angewandten Strategien dieser Rechner nicht mehr nach.
Wird unsere Welt durch diese Errungenschaften lebenswerter ?
Ist das eine angenehme, eine begrüßenswerte oder gar atemberaubende Vorstellung für Sie, oder
empfinden Sie bei diesen Gedanken eher Skepsis und Unwohlsein ?
Im Silicon Valley in den Vereinigten Staaten werden für alle denk – und undenkbaren Probleme
sogenannte Algorythmen entwickelt, Schemata, die rein rational Handlungsstränge und Strategien
der Vorgehensweise vorgeben und daraufhin schier unendliche Datenmengen auswerten.
All diese Erkenntnisse basieren allein auf den Grundlagen der Naturwissenschaften, lassen sich
messen, zählen und sind jederzeit nachprüfbar und wiederholbar – so glauben wir.
Selbst die Geiseswissenschaften haben sich auf dieses Terrain begeben und glauben nur dann noch
bestehen zu können wenn Sie genügend empirische Untersuchungen anstellen, möglichst viele
Veröffentlichungen vorweisen um Fördergelder zu erhalten.
Der menschliche Faktor scheint aus der Mode geraten zu sein, ihn möglichst konsequent
auszuschließen ist der Idealfall.
Alles vorauszuberechnen, Alles vorauszusehen und uns gegen alle Entwicklungen im Vorhinein
abzusichern ist fast schon ein Fetisch.
Wenn dies so sein sollte :
Worin liegt zukünftig unsere Bestimmung, unsere unverzichtbare Stärke, wenn wir uns aus den
wesentlichen Produktionsprozessen wegrationalisiert haben ? ,
wenn wir bei der Auswertung von Datenmengen und Vorausberechnungen den intelligenten
Computern nicht mehr gewachsen sind ?
Sicherlich nicht im genauen Messen, Zählen und Auswerten ,
sicherlich auch nicht bei der Ausführung von immer gleichen Bewegungen und vorhersehbaren
Abläufen.
Nein, unsere Stärke liegt gerade in unserer Unberechenbarkeit, in unserer Spontanität,
in unserer Kreativität, in unserer Fähigkeit Verbindungen zu erspüren zwischen den
unterschiedlichsten Disziplinen !
Der menschliche Faktor ist unsere größte Stärke –
er kann und darf und soll nicht ausgeschlossen werden !
Hören wir wieder mehr auf uns selber, hören wir auf unsere Empfindungen und Gefühle !
Lassen Sie uns nicht nur rein rational denken sondern geben wir auch unserem Gewissen, unserer
Mitmenschlichkeit, unserem Mitempfinden wieder mehr Raum.
Lassen Sie uns Verbindungen herstellen zwischen Sachverhalten, die offensichtlich nichts
miteinander zu tun haben .

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Welche Disziplin kann uns da am ehesten helfen ?
Ja – die bildenden Künste !
Die sind weitgehend unabhängig von fast allen anderen Disziplinen, wie den Natur- oder
Geisteswissenschaften.
Sie ist frei und denkt quer !
Hören wir also den Künstlern zu !
Öffnen wir uns Ihren oft außergewöhnlichen Lebensläufen und Werdegängen.
Lassen wir uns ein auf Ihr Schaffen, auf das Dekorative, das Schöne, aber auch auf das Verstörende.
Die Künstler erschaffen mit Lust und Laune, mit Begeisterung Ihren Empfindungen und
Erfahrungen immer wieder neue Ausdrucksformen, ganz persönlich – ganz universell
und oft zufallsbedingt !
Ohne Allgorythmus, ohne empirische Untersuchungen aber leider auch oft ohne Fördergelder.
Und , bitte entschuldigen Sie diese ausschweifenden Betrachtungen, dies ist der Bogen zu der
heutigen Ausstellung
Christmas – Art 2016
12 bekannte und begeisterte Kunstschaffende zeigen Ihnen hier und heute Ausschnitte Ihrer
derzeitigen Arbeiten in drei erleuchteten Ausstellungsräumen und der leider jetzt im Dunkeln
liegenden Parkfläche. 12 Künstlerinnen und Künstler, die kaum unterschiedlicher sein könnten in
Ihrem Werdegang, Ihrer Ausbildung, Ihrem Lebensalter und natürlich Ihrem Schaffen.
Antje Schlenker-Kortum aus Leipzig stellt Sie, meine Damen und Herren mit Ihrer Installation
„Der Betrachter macht die Kunst“ wiederum in das Zentrum Ihrer Arbeit.
Dort hinten in der Ecke sehen Sie eine Gruppe von stillen Beobachtern, auf den ersten Blick
uniform, bei näherem Hinsehen aber jede Figur auf Ihre Art einzigartig. Jeder Einzelne der Gruppe
ist in voller Konzentration mit versunkenem Blick gen Himmel.
Jeder Einzelne ist auf der Suche nach Ihnen, sehr geehrte Besucherinnen und Besucher, nach Ihrer
Einzigartigkeit, nach Ihrem Charisma. Hier sind Sie der Star, Sie sind die Hauptperson, hier geht es
um Sie – die Suche nach dem Auge des Betrachters. Schauen und erforschen Sie
Ihr Betrachterauge, sehen Sie tief in den Spiegel – es scheint sich doch zu lohnen wenn all die
Gestalten der Gruppe das mit dieser Inbrunst tun !
Wenn Sie mehr sehen wollen – Antje Schlenker-Kortum hat gerade eine Parallelausstellung in
der Abtei Brauweiler in Köln. Und wenn Sie eine kleine Erinnerung Ihres eigenen Charismas
mitnehmen möchten – es gibt einen Charisma Button – sozusagen Charisma zum Anstecken.
Silikon ? igitt, es gibt doch kaum ein fieseres, wie der Rheinländer sagt, Material als Silikon !
Doch Caspar Reuter aus Köln mit zeitweiser Lehrtätigkeit in Wuhan / China
hat sich diesem Material angenommen und Erstaunliches geschafft :
In seiner Werkreihe „Boxes“ , nachdem man eine hölzerne, harmlose Zigarrenkiste öffnet und
genüßliche Rauchwaren oder vielleicht kleine Erinnerungsstücke und Schmucksachen vermutet,
erstrahlt dieses Material gallertartig, sozusagen Fleischgeworden, eine unbestimmte Masse
organischen Materials und wirkt dabei so natürlich, das es schon sehr befremdet.
Seine Arbeiten : Alles so schön bunt …. sind noch radikaler, ganze Fleischteppiche erinnern hier an
einen großen Schlachthof oder das Hinterzimmer einer Metzgerei.
Die Serie Augenstern und Tausendschön : was erwartet man bei diesem Titel ?
Jedenfalls keine missgestalteten, resthaarigen, diabolisch lachenden oder hämisch keifenden Köpfe,
die aber bei näherem Hinsehen sehr menschlich wirken. Caspar Reuter versteht es perfekt dem
Material Silikon Leben einzuhauchen.
Sehen Sie hier in dieser Ecke eine Arbeit des Kölner Medienkünstlers Andre Böxkes ,
weitere Exponate finden Sie im hinteren Glashaus.
Seine überwiegend digitalen Arbeiten basieren auf Fotovorlagen , sie werden malerisch oder
zeichnerisch oder auf digitale Weise erweitert, gespiegelt, überlagert und auch beim Printprozess
noch weiter verfremdet. Das Hauptmotiv seiner drüben ausgestellten Arbeiten basiert auf der
Grundphotografie eines Anlegesteges im Lissabonner Hafen. Die vielfachen Überlagerungen und
Spiegelungen, die Reduktion auf wenige Farben, die schemenhafte Durchsichtigkeit einiger Partien
und undurchsichtige Dunkelheit anderer Bildteile wirken geheimnisvoll, bedrohlich und doch sehr
verletzlich.
Die stärker malerischen Arbeiten , die bei der Einzelausstellung hier im Katharinenhof mit dem
Bildhauer Peter Marth zu sehen waren sind dagegen farbiger, graffiti-artig überzeichnet und wirken
auf mich zum Teil wie radioaktiv verstrahlt. Zu guter Letzt gibt es von Andre Böxkes
noch etwas ganz Besonderes : Echte Polaroid -Bilder aus der guten alten Sofortbildkamera – kann
sich jemand noch daran erinnern ?
Lieselotte Freusberg aus Köln, Studium der Geschichte und Kunstgeschichte, Studium der
Malerei und Zeichnung und unter anderem auch Schülerin von Oskar Kokoschka.
Zu sehen sind insgesamt 6 Werke feiner Federzeichnungen mit Tusche.
Als alter Architekt, der noch gelernt hat mit Tusche zu zeichnen und sich erinnert an viele zerstörte
Rapidographen und stumpfe Rasierklingen,
weiß wie diszipliniert, besonnen, vorsichtig und dennoch beherzt mit diesem Werkzeug
umgegangen werden muß
und sieht und spüert bei genauem Hinsehen die Perfektion dieser feinen ,sehr sicheren und
perfekten Linienführung von Lieselotte Freusberg.
Erfahrung und Ausdauer macht die Meisterin.
Im mittleren Ausstellungsraum sehen Sie 2 Arbeiten von 2001 : Schwarze Felder
Von erhöhtem Standpunkt blickt man in die Weite einer fein angedeuten, sanften Landschaft,
kleine Ansiedlungen sind durch geschwungene Landstraßen verbunden, selbst kleine Gemarkungen
sind durch Furchen, Wegesraine oder Baumgruppen zu erkennen – eine intakte, heile kultivierte
Landschaft auf dem Lande. Doch das Bild wird beherrscht von einem großen dunklen Schatten im
Mittelpunkt, fremd und bedrohlich wie ein Monster. Auf dem Ungetüm scheint der Beobachter zu
sitzen, reitend, wie auf dem Rücken eines unheilbringenden Drachens.
Der Beobachter ? Das wäre ich ja dann selber ? Was mache ich da ?
Aus diesem Jahr 2016, sind weitere 4 Arbeiten mit dem Titel : Naturgeschichten.
Aus dem Papier scheint eine Öffnung geschnitten, die den Blick freigibt auf eine geheimnisvolle,
lebensüberbordende, vitale Natur, kraftvoll und lebensfroh – nur darauf wartend durch dieses
Fenster mitten in das Bild hineinzuwachsen, überbordend, raumgreifend- für mich eine
Liebeserklärung an das Leben.
Zwei weitere Arbeiten, auch aus diesem Jahr sehen Sie hier – direkt hinter mir :
Landschaftsparaphrasen – mit wenigen Strichen angedeutet eine verkrustete, ausgedörrte
Landschaft, trostlos , in der linken Bildmitte eine Landmarke, dort hat sich eine Gestalt
niedergelassen, in ruhiger und gelassener Haltung, die Ereignisse erwartend und entgegensehend,
was sich am Himmel zusammenbraut, massiert und gezielt diesen Menschen unausweichlich treffen
wird.
Lieselotte Freusberg erzählt ganze Geschichten mit dem puristischen Werkzeug von Feder und
Tusch, bunte Geschichten – mit den Farben schwarz und weiss.

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Peter Nettesheim Bildhauer, Meisterschüler von Professor Karl Bobeck an der Kunstakademie
Düsseldorf, dort auch unter Anderem mit Lehrauftrag.
Seine lebensgroßen und oft kolorierten Holzfiguren, recht grob bearbeitet und in unspektakulärer,
alltäglicher Pose, erscheinen auf den ersten Blick so natürlich und realistisch als wären sie lebendig.
Besucher der letzten Rhine Art Ausstellung haben seine Figuren sicher bemerkt :
Ich weiß nicht wie ich es besser ausdrücken könnte : Sie sind einfach liebenswert ! Sie erzwingen
ein genaueres Hinsehen, man erkennt die grobe Bearbeitung, die scheinbar unvollkommene
Oberfläche, die statische Masse , ja, aber man ist trotzdem hingezogen und fragt sich: was macht
diese Skulpturen so anziehend, so durch und durch menschlich ?
Sie wirken auf mich nicht wie erstarrt sondern eher wie eine Momentaufnahme zwischen einer
Haltung oder Bewegung kurz vorher und kurz nachher. Ob Sie sich wohl gleich bewegen ? Diese
hölzernen Menschen des
Peter Nettesheim sind dem Leben abgerungen, eine ganz große Kunst – in lebensgroß oder als
Miniatur. Schauen Sie einmal hin – empfinden Sie so wie ich ?
Links vor mir haben wir ein weiteres Schwergewicht in diesem Raum: Robin Kurka aus Köln.
Wer die letzte Rhine Art Ausstellung hier im Katharinenhof gesehen hat kennt sicherlich auch die
Preisträgerarbeit : eine riesengroße, metallene Pusteblume. Ein Löwenzahn, Feind eines jeden
ordentlichen Gartenliebhabers und Freund des gepflegten Rasens. Der Löwenzahn ist das erste
Gewächs das erscheint, wenn der Mensch ordnend in die Natur eingreift – diese überlebensgroße
Pusteblumenskulptur ist dann auch gerade soweit : Die Samensporen sind bereit, der nächste
Windstoß – und sie verteilen sich fröhlich in der ganzen Umgebung . Ob die nachkommenden
Generationen wohl auch so groß werden ?
Auf dem Weg zum nächsten Ausstellungsraum hat uns Robin Kurka sozusagen als Wächter einen
Schäfer vor die Tür gestellt, zwei seiner Schafe leisten ihm Gesellschaft und obwohl der Anblick
dieser Zunft sehr selten geworden ist werden Sie Altbekanntes und Vertrautes sehen und erkennen.
Robin Kurka ist Bildhauer und Maler, der mit allen Materialien arbeitet – Hauptsache :
Es macht Spass ! Für Sie gibt es heute noch etwas Besonderes : emaillierte Buttons – frisch aus dem
Ofen – direkt ans Rever – die 50er, 60er ,70er Jahre grüßen freundlich.
Folgen Sie mir virtuell sozusagen in den nächsten Ausstellungsraum :
Hier sehen Sie Werke von Kalle Paltzer, ursprünglich Keramiker, dann Studium der visuellen
Kommunikation, Illustrator und Grafiker, Liebhaber und Sammler von Papier:
Wenn Sie seine Arbeiten sehen und näher betrachten spüren Sie von Selbst :
Kalle Paltzer lebt Papier.
Er schafft damit 3- dimensionale, vielschichtige Kunstobjekte mit einer eigenen Räumlichkeit .
Die Herstellung dieser Objekte ist ein langwieriger Prozess aus Schichten, kontrolliertem
Verformen, Reißen, Schneiden, Hämmern, Verleimen und Falten, die Oberflächen scheinen aus
Haut, Leder, Metall oder Stein. Sie erinnern an natürliche Organismen, seltene Steinformationen,
ausgefaulte oder ausgewaschene Hölzer, irgendwo schon einmal endeckte Oberflächenstrukturen,
alte übermalte Fensterläden, längst vergessen, aufgequollen, gerissen oder geplatzt.
notdürftig überklebte Vergänglichkeit –
dies ist die pure Ästhetik der Vergänglichkeit, des Unperfekten.
Aber täuschen Sie sich nicht – diese Objekte sind perfekt, sie erinnern uns an tief Abgespeichertes –
aber niemals an Papier.
In der Mitte dieses Raumes wie auch in großer Zahl in der Glashalle finden Sie Bronzen des Kölner
Bildhauers Thomas Paul Bock. Vielleicht haben Sie auch bei der Ankunft auf der rechten Seite des
Weges seinen Beitrag zur diesjährigen Rhine Art bemerkt.
Mit seinen stark abstrahierenden Plastiken, schwer und gewaltig, mit scheinbar einfacher
Linienführung so wie Pictogramme, schafft er völlig selbstständige Lebewesen, Menschen wie
Tiere mit Haltung, mit Gemütslagen, ruhend oder in Bewegung eingefangen. Einige Arbeiten wie
die Stahlplastiken scheinen wie aus einer schweren, massiven Platte gestanzt, vor allem die Bronzen
sind viel stärker auch dreidimensional bearbeitet und bieten von unterschiedlichen Standpunkten
gesehen immer wieder neue Eindrücke. Die weiblichen Skulpturen, ich habe hier in den
Ausstellungsräumen heute leider keine gesehen, sind so anmutig in sich versunken und so perfekt in
der Oberfläche ausgearbeitet, das man Sie, entgegen des strikten Berührungsverbotes, doch gerne
einmal streicheln möchte. Thomas Paul Bock ist Bildhauer von der ganz harten Sorte. Er hat in
der weltbekannten Kunstgießerei Schweizer in Köln gelernt das Material zu bezwingen, aus diesem
harten, schweren, kalten und zähen Metall etwas Anrührendes, Anmutiges, Lebendiges zu schaffen.
Nun gelangen wir endlich zur Glashalle, ich hoffe Sie sind noch nicht erschöpft, den hier sind auch
ganz starke Arbeiten vertreten. Eine weitere Bekannte aus den beiden Rhine Art Ausstellungen :
Marianne Rötzel . Ihre Figuren sind in der Form stark reduziert aber deutlich erkennbar , in der
Haltung erhaben, gertenschlank. Wenn Sie die Ausstellung der Rhine Art gesehen haben : Eine
Gruppe von überlebensgroßen Vögeln schreitet aus dem Wald kommend langsam die Wiese hinab.
Die Tiere sind ruhig, in Ihrer Haltung stark und selbstbewußt, sie machen einen friedlichen,
beherrschten aber auch beherrschenden Eindruck – Ihr Auftritt in dieser Konstellation ist
furchteinflößend. Warum tauchen diese Vögel hier auf ? Was ist Ihre Absicht ?
Marianne Rötzel, Bildhauerin, Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, Meisterschülerin,
ebenfalls mit mehreren Lehraufträgen, lernend, lehrend und reisend in Japan, Thailand, Indonesien,
Indien, Israel, Ägypten, einer nicht aufzählbaren Fülle von Einzel – und Gruppenausstellungen,
weiß genau zu inszenieren : Sie flößt uns Furcht ein und läßt uns kontrolliert erschaudern –
für so abgebrühte Kreaturen wie uns ist das eine meisterliche Leistung !
Schauen Sie sich Ihre graziösen, langgliederigen Figuren an, die in den neueren Arbeiten auch
beginnen vorsichtig zu agieren : der gesundgepflegte Vogel wird wieder in seine neue Freiheit
entlassen, die kauernde Kreatur hebt den Revolver und beginnt sich zu wehren.
Direkt daneben sehen Sie Holzplastiken von Simone Carole Levy ganz anderer Art.
Ihre Arbeiten sind viel abstrakter. Das Medium Holz steht im Vordergrund, der Werkstoff in seiner
Einzigartigkeit bestimmt das Thema des Werkes. Fehlwuchs, Maserung und Risse des Materials,
das innere Wesen des Baumes, der offensichtlich viel „intelligenter“ ist als wir gemeinhin von
Pflanzen bislang angenommen haben, wird von Ihr erspürt und über eine ausdrucksstarke
Formensprache sichtbar gemacht, die wahre Natur freigelegt und zu einem perfekten Ganzen
zusammengefügt.
Simone Carole Levy kommt aus der Schweiz, hat in Zürich, Chicago, London, Mailand und
Mannheim studiert. Ihre Arbeiten wachsen vor Allem aus dem Vorgefundenen – Sie sind
Kunstwerk, Kunsthandwerk, Einfühlungsvermögen und Seelenverwandschaft zugleich.
Hier finden wir nun auch die Arbeiten des Bonner Künstlers Christoph Wilcke.
Seit über 20 Jahren als Grafik- und Webdesigner und Kurator tätig präsentiert er seit der
Auststellung Beethoven’s 14. nun auch eigene Werke.
Haben Sie schon einmal einen Computer zusammen- oder auseinandergebaut?
Erinnern Sie sich an alte Floppy- Discs, Arbeitsspeicher, ISDN – Platinen, oder sogenannte Motherboards
? Schon nach wenigen Monaten mutieren diese Computer – Komponenten oft zu
Sondermüll, werden verschämt entsorgt oder, weil es preiswerter ist, nach Afrika zum
Ausschlachten verfrachtet.
Doch Christoph Wilcke hat eine andere Idee entwickelt – kunstvoll und edel in seinen
quadratischen Objektrahmen in Szene gesetzt, werden diese Komponenten der 3.
Industrierevolution zu Kunst erhoben, diese sonst im Inneren verborgene Elektronik sichtbar
gemacht. Dies ist sehr dekorativ, sehr clean aber auch eine stete Mahnung an die gängige
Gewohnheit unserer Zeit Vergangenes, Überholtes einfach und gedankenlos fortzuwerfen.
Schauen Sie bitte einmal aufmerksam in das Panoptikum seiner Exponate : Firestarter – 9
Streichholzheftchen sind fein säuberlich aufgereiht – hübsch nicht wahr ? …….aber ein kleines
Hölzchen fehlt schon…….
Nun gibt es noch eine weitere Künstlerin, Ihr Geist und Ihre unverkennbare Handschrift schwebt
über dem gesamten Katharinenhof.
CLAIRE – möchte unerkannt bleiben, dabei ist Sie doch überall erkennbar.
Gläserne Engel, gläserne Schwingen, leicht transparent bemalt,
große und schwere Schalen kunstvoll und anmutig durch Malerei verziert,
Beethoven in Schaukästen und Büsten in allen Variationen, groß und klein, leicht und schwer,
zurückhaltend und grell,
riesige Fahnen mit fast durchsichtig scheinenden Figuren und Gesichtern,
neuerdings auch großformatigere Bilder in einer farbkräftigen, seltsam unscharfen Spraytechnik
hat
CLAIRE
heute vormittag unikate Keramiken für diese Ausstellung aus dem Brennofen gezogen.
und diese
Christmas – Art 2016 für uns organisiert.
Vielen Dank dafür !
Meine Damen und Herren
Genießen Sie den Abend, diese Athmosphäre und die Anwesenheit fast aller vorgestellten Künstler
mit Ihren großartigen Exponaten. Nehmen Sie die Gelegenheit wahr mit diesen Querdenkern und
Freigeistern zu reden. Sollten Sie noch das eine oder andere Weihnachtsgeschenk suchen –
vielleicht werden Sie hier fündig. Diese freien Künstler erhalten keine öffentliche Förderung und
sind doch so wichtig für uns – so wichtig wie die Luft zum atmen.
Herzlichen Dank für Ihre ausdauernde Aufmerksamkeit.

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Nächste Ausstellung in der Fabrik45 in Bonn – Vernissage 23.09.2016 ab 18:00 –

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    (c) andré böxkes – lambdabelichtung/zwischen dibond und acryl/80cmx60cm

    Fabrik 45

    Elf Perspektiven – Zeitgenössische Fotokunst
    Channah Arc | Christian Baron | Thomas Böttcher | André Böxkes | Kathrin Broden | Ina Echternach | Marcus A. Hubert | Marc von Martial | Metamorphis | Katja Rohsmanith | Jennifer Zumbusch

    Ausstellung
    23.09.2016 bis 25.09.2016
    23.09. 19:00 Uhr (geöffnet ab 18:00 Uhr), 24.09. 11:00 – 22:00 Uhr,
    25.09. 11:00 – 18:00 Uhr
    Fabrik 45 | Hochstadenring 45 | 53119 Bonn
    Eintritt: frei
    www.elfperspektiven.de/

 

 

elfperspektiven

An dem selben Wochende finden auch die 22. offenen Ateliers in der Bonner Alstadt statt.

http://www.offene-ateliers-bonn.de